Lernarchitekt des emodaktik® Konzeptes und Erfinder des Emotionscanner®. TED-Speaker und kreativer Lernkomplize®, selbstständiger Trainer, Lehrtrainer, Didaktik Coach, Trainingsdesigner, Speaker und Autor. Didaktik Studium an der Leuphana Universität Lüneburg, u.a. EOL Trainer METALOG®, NLP-Practitioner DVNLP, Trainer für LEGO® Serious Play® und Thinking-with-hands®, zertifizierter Trainingsdesigner Wien, EFQM Assessor – EFQM Modell für Excellence (BNW), LernProzess-Trainer METALOG®, E-Learning-Trainer FH Furtwangen.
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Lass uns uns mit einem kleinen Experiment beginnen. Es wird Dir die Möglichkeit geben, den Sinn von Lernen mit Emotionen nicht nur mit Deinen Augen wahrzunehmen, sondern den Sinn wirklich zu fühlen. Schließe Deine Augen. Fühl. Finde heraus, was Du gerade fühlst. Du hast 10 Sekunden Zeit. Lies erst danach weiter.

Die Zeit ist um. Und? Du fühltest Dich ein bisschen unter Druck richtig? Konntest Du genau feststellen, was Du gerade fühlst? Oder hast Du an die vielen verschiedene Situationen gedacht, die heute schon passiert sind? Vermutlich realisierst Du gerade, wie schwer es ist, in diesem Moment bewusst zu spüren, was Du fühlst. Dafür haben wir den Emotionscanner® entwickelt.

Der Sinn – wozu brauchen wir einen Emotionscanner®?

Es gibt kaum Momente im Leben, in denen Gefühle keine Rolle spielen. Wir fühlen ständig. Fragt man Menschen explizit danach, was sie gerade fühlen, geben ungefähr 90 Prozent an, in diesem Augenblick mindestens ein angenehmes oder unangenehmes Gefühl zu empfinden, auch wenn dies nicht immer sehr intensive Gefühle sein müssen. Dies zeigt eine Studie bei der mehr als 11 000 Teilnehmer zu verschiedensten Zeiten zwischen 9 Uhr morgens und 22 Uhr abends per App zu ihrem momentanen Gefühlszustand befragt wurden.

Am häufigsten nannten Männer und Frauen Freude und Liebe, aber auch Angst führte mit bis zu 30 Prozent die Hitliste der täglich erlebten Emotionen an. Klar ist, Gefühle färben unsere Gedanken, sie beeinflussen unsere sozialen Beziehungen, unsere Motivation und unsere Entscheidungen. Sie beeinflussen unseren Lernerfolg, unsere Kreativität, unsere Gesundheit und wie wir Menschen lieben und sie gegebenenfalls führen. Gefühle haben Einfluss darauf, wie gut wir uns konzentrieren können und unsere Ziele erreichen. Aber das variiert von Mensch zu Mensch.

Nahezu alles, was wir tun, dient der Veränderung unserer Gefühle. Und dennoch haben wir oft nur wenig oder keine Übung darin, einen Gefühlswandel herbeizuführen. Häufig machen wir uns von äußeren Einflussfaktoren abhängig, statt auf unsere Emotionen selbst Einfluss zu nehmen. Hast Du Dich schon einmal bewusst darauf fokussiert, welche Gefühle Dich stärker und welche Dich schwächer machen? In welchen Gefühlszuständen kannst Du oder Menschen, die Du in Lern- oder Arbeitsprozessen begleitest, gut oder weniger gut lernen oder arbeiten? Welches Gefühl ist besonders hilfreich, um kreativ zu sein? In welchem Gefühlszustand verläuft ein Mitarbeitergespräch am erfolgreichsten? Welche Gefühle behindern und welche fördern eine gute Beziehung zum Gegenüber?

„Ohne Gefühl geht gar nichts“

Dieses Fazit des Kompetenzforschers John Erpenbeck im Hinblick auf erfolgreiches Lernen und Kompetenzentwicklung sowie die Erkenntnis des Neurowissenschaftlers Antonio Damasio „Emotionen sind die Basis für Kreativität“, bringt in wenigen Worten die Bedeutung von Emotionen für unsere Berufs- und Lernwelt auf den Punkt. Denn Kreativität ist ein zentraler Bestandteil von Kompetenz und gleichzeitig muss „Wissen durch Emotionen imprägniert werden“, wenn daraus Kompetenz resultieren soll, so John Erpenbeck. Wer also Kompetenz will, muss Emotionen die zentrale Lernbedeutung zukommen lassen, die sie faktisch haben.

Die 700+ Gefühlszustände des Emotionscanner® betrachten wir nicht als wissenschaftlich festgelegte Gefühlszustände, sondern als Inspiration. Die gewaltfreie Kommunikation nach Marschal B. Rosenberg sieht das anders, dessen sind wir uns bewusst. Gleichzeitig ist völlig klar, dass tatsächlich alle Gefühle auf dem Emotionscanner® fühlbar sind. Davon kannst Du dich selbst überzeugen. Die herkömmliche Betrachtung von Gefühlen (eingeteilt in gut oder böse, positiv oder negativ) ist sehr starr. Angesichts zunehmender Komplexität ist solche Starrheit schädlich. Wir brauchen ein höheres Maß an emotionaler Agilität, um wahre Widerstandskraft und Entfaltung zu erlangen, so die Psychologin Susan David von der Harvard Medical School.

Aus dieser Perspektive ist dieses „Emotional Tool“ entwickelt worden. Es geht darum, mehr Wahrnehmung und mehr Bewusstsein für alle Gefühle entstehen zu lassen, die jeder Mensch individuell hat. Eine wissenschaftliche Gleichmacherei steht dem im Wege. Wir sind der Ansicht, alles, was wir fühlen, sowie die Bezeichnung eines Gefühls ist wahr. Denn es gibt keine absolute Wahrheit. Die Vielfalt der Gefühle ist der Reichtum des Menschen. Jede sprachliche Begrenzung sorgt gerade in dem Bereich der Emotionen für eine Gefühlsverarmung.

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