Lernarchitekt des emodaktik® Konzeptes und Erfinder des Emotionscanner®. TED-Speaker und kreativer Lernkomplize®, selbstständiger Trainer, Lehrtrainer, Didaktik Coach, Trainingsdesigner, Speaker und Autor. Didaktik Studium an der Leuphana Universität Lüneburg, u.a. EOL Trainer METALOG®, NLP-Practitioner DVNLP, Trainer für LEGO® Serious Play® und Thinking-with-hands®, zertifizierter Trainingsdesigner Wien, EFQM Assessor – EFQM Modell für Excellence (BNW), LernProzess-Trainer METALOG®, E-Learning-Trainer FH Furtwangen.
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Du bist auf dieser Website gelandet, weil Du neugierig bist und weil Du Interesse an Emotionen und Gefühlen hast. Duhast hier einen Vorsprung vor den anderen, die noch nicht so neugierig sind. Das größte Hindernis für Neugierde ist laut George Loewenstein ein „trockener Brunnen“. Neugierde setzt eine Informationslücke voraus. Der amerikanische Professor für Ökonomie und Psychologie stellte die These auf, dass Neugier das Gefühl (Du findest es übrigens auch auf dem Emotionscanner®) von Mangel ist, das wir empfinden, wenn wir auf eine Lücke in unserem Kenntnisstand stoßen und diese in den Fokus nehmen.

Je mehr wir wissen, desto mehr wollen wir wissen

Dafür müssen wir allerdings bereits über einen gewissen Wissens- und Bewusstseinsstand verfügen. Denn Du entwickelst natürlich nur Neugierde auf etwas, hinter dem Du etwas Interessantes erahnst. Es reicht nicht aus, Menschen zu ermuntern, einfach Fragen zu stellen, wenn man möchte, dass sie wissbegieriger werden. Man muss die Pumpe ein bisschen angießen, damit sie in Schwung kommt. Zu diesem Zweck kann man interessante Informationen nutzen, um das Interesse der Menschen zu wecken und ihre Neugierde zu stimulieren. Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Neugierde und Wissenserwerb gemeinsam wachsen. Je mehr wir wissen, desto mehr wollen wir wissen.

Ein Beispiel: Unsere emotionale Neugierde

Verdeutlichen wir dies an dem Beispiel Emotionen. Was hat das mit Emotionen und Gefühlen zu tun? Wir haben leider in unserer Vergangenheit gelernt, dass sie keine Aufmerksamkeit verdienen und wir nicht über sie reden sollten. Sprüche wie „Indianerherz kennt keinen Schmerz“ oder „Beiß die Zähne zusammen“, abwertende Wörter wie „Heulsuse“, „Weichei“ und „Warmduscher“ sind immer noch in Gebrauch, wenn es um den täglichen Umgang mit Emotionen geht. Wer Gefühle zeigt, dem wird Schwäche unterstellt. Er soll sich beherrschen, weil Gefühle bei der Arbeit zu unterbleiben haben, und wird aufgefordert, rational zu handeln. Da wir so unglaublich wenig über Gefühle wissen, entwickeln wir häufig auch keine Neugierde.

Die populäre amerikanische Scham- und Empathieforscherin Brené Brown hat in ihren Untersuchungen herausgefunden, dass Menschen dann neugierig auf Emotionen und Gefühle sind, wenn ihnen Eltern oder andere wichtige erwachsene Bezugspersonen die Wichtigkeit von Emotionen und Gefühlen vermittelt und ihnen die Neugierde auf Emotionen vorgelebt haben. Um im Bild zu bleiben: Die Pumpe wurde mit genügend Wissen über Emotionen angegossen, um die Neugierde anzukurbeln. Das Interesse an Gefühlen und Emotionen hängt wesentlich davon ab, was Sie in der Kindheit und Jugend gelernt und beobachtet haben. Dass wir die Bedeutung von Emotionen so gering schätzen, ergibt sich aus einer Kombination verschiedener Umstände, Vorurteile und Fehleinschätzungen wie Brené Brown herausgefunden hat. Nämlich dann, wenn wir gelernt haben:

  • dass es ein Zeichen von Schwäche ist, emotional und gefühlvoll zu sein,
  • dass man mit niemandem über Gefühle reden sollte,
  • dass wir keinen Zugang zu emotionaler Sprache haben,
  • dass über Gefühle zu sprechen sinnlose Zeitverschwendung ist,
  • dass man seine Gefühle am besten gar nicht wahrnimmt, dann gibt es auch nichts zu besprechen und
  • dass es nur Probleme nach sich zieht, wenn man Fragen zum Thema Gefühle stellt.

Wie erfahren wir mehr über Emotionen

Worauf warst Du neugierig in Deiner Kindheit und Jugend? Worauf warst Du Dein Leben lang neugierig? Du warst sicherlich neugierig auf sehr vieles, außer auf Emotionen. Du wolltest vermutlich gar nicht mehr wissen, weil Dir gar nicht klar war, dass es noch so viel mehr zu erfahren gibt. Meine Generation ist in Familien aufgewachsen, in denen das Reden über Emotionen den allerletzten Platz der wichtigen Dinge eingenommen hat. Es gab keine Möglichkeit und keinen Raum, um über Gefühle und Emotionen zu sprechen. Man redete einfach nicht darüber. Heute hat das Thema eine größere Bedeutung, allerdings auf einer sehr einfachen Ebene. In der Kommunikation bei Messengerdiensten haben die Emojis Einzug gehalten, ebenso als kleine Figuren bei großen Discountern und im Trickfilm – reicht uns das aus? Die Frage ist jetzt vielleicht eher: Wie erfahren wir mehr über die Emotionen und wie nehmen wir sie besser wahr, anstatt sie einfach zu entladen?

Die Nutzung des Emotionscanner® reicht dafür im ersten Schritt schon aus. Erlebe, wie Menschen neugierig werden. Damit gießt Du den Brunnen an und die Pumpe kommt in Schwung. Die Menschen beginnen über Gefühle und Emotionen nachzudenken und fragen sich – wie fühlt sich das wohl an? Wenn Sie mit mehreren vor dem Emotionscanner® stehen, gehen Sie in den Dialog mit anderen. Ich habe Kinder und Erwachsene erlebt, die mit dem Emotionscanner® gemeinsam spielerisch das ABC der Gefühle lernten.

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